Jackpot: Aus dem Leben eines Spielers. Eine wahre Geschichte
Alexander Schuller
Jackpot: Aus dem Leben eines Spielers. Eine wahre Geschichte
Spielsucht. Der Begriff taucht immer wieder, bevorzugt zur Saure-Gurken-Zeit, in den Medien auf. Spielsucht ist für kaum jemanden verständlich. Selbst anderen Abhängigen fällt es schwer, die Spielsucht ernst zu nehmen. In Suchtkliniken, in denen Alkoholiker gemeinsam mit Spielsüchtigen therapiert werden, werden die willensschwachen Zocker, die beim Klicken der Münzen im Kaffeeautomaten leicht zusammenzucken, oft milde belächelt. Das Lächeln wird unsicher, wenn die Spieler sich plötzlich in den gleichen Therapiegruppen wie die Alkoholkranken befinden und es gefriert, wenn ein Stoffabhängiger das Buch "Jackpot" von Alexander Schuller liest. Denn auf jeder Seite öffnet sich ein Fenster, das den Stoffabhängigen auffordert: "Suche und ersetze". Das Buch könnte auch die Autobiografie eines Alkoholikers sein, wenn der Automatenhalle durch die Kneipe und die blinkende Kiste durch eine Flasche ersetzt würde. Die Mechanismen der Sucht, so wird schnell deutlich, sind identisch. Der "Stoff" ist nur ein Teil einer Sucht, oftmals der weniger wichtige Teil. Wie Spielsucht funktioniert, wie sie zerstört und dass sie, wie alle Süchte, eine so genannte "Rückfallkrankheit" ist, beschreibt Schuller eindringlich. Aber das Buch bietet noch mehr, denn hier hat kein Süchtiger sich selbst durch erste Gehversuche als Autor zu therapieren versucht. Schuller hat einen modernen journalistischen Schreibstil, eine klare und deutliche Ausdrucksweise, die einen wohltuenden Abstand schafft. Er seziert seine eigene Lebensgeschichte auf eine Art und Weise, die auch Leser, die weit weg von der Problematik der Abhängigkeit stehen, fesselt. Schuller beschreibt eine fremde Welt, eine grausame Welt, aber dennoch eine wirkliche Welt. Die fast schon dokumentarische Schilderung wird dadurch eindringlicher als ein Lehrbuch. Deshalb ist "Jackpot" lesenswert, nicht nur für Abhängige und Betroffene. Das hervorragend geschriebene Buch sollte jeder lesen, bevor er sich zu der schwer verständlichen Problematik der Spielsucht äußert.
Taschenbuch: 320 Seiten
Verlag:
Bastei Lübbe (Bastei Verlag); Auflage: 1 (10. Juni 2008)ISBN-13:
978-3404616367Hat Ihnen die Rezension weiter geholfen? alko-hohl.de erstellt in regelmäßigen Abständen unabhängige Rezensionen zu den Themen dieser Seite. Wenn Sie dieses Buch kaufen möchten, nutzen Sie doch unkompliziert einen der unten aufgeführten Partnerlinks. Vielen Dank!
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