HELIOS Klinik Bad Grönenbach

Beschreibung:
Ziel der Psychotherapie ist, dass Patienten weniger Symptome entwickeln und sie ihr Leben besser meistern als bisher. In unserem Verständnis von psychischer Krankheit folgen wir den Ergebnissen der schulenübergreifenden Psychotherapieforschung, die die Symptomentwicklung als Ausdruck einer mangelnden Befriedigung psychosozialer Grundbedürfnisse sieht (siehe Grawe, 2004). Das Bedürfnis nach Bindung und der zwischenmenschliche Aspekt von Beziehung, die Beziehungsfähigkeit der Patienten stehen für uns im Mittelpunkt der Behandlung. Wir stützen uns auf psychodynamische, bindungstheoretische und dialogisch-philosophische Konzepte (z.B. von Martin Buber, 2000, siehe auch Pfeiffer, 1992), sowie auf die grundlegenden Arbeiten von J. L. Moreno (1993) und F. Perls (2002), die als Pioniere der Gruppenpsychotherapie auch heute noch die humanistisch orientierte Therapierichtung prägen. Die erlebte Wertschätzung durch andere Menschen stärkt die Selbstachtung und hilft, Selbstannahme und Liebesfähigkeit anderen Menschen gegenüber wieder zu entdecken, wodurch die psychische Funktionsfähigkeit als Voraussetzung für die Beziehungsfähigkeit wieder hergestellt und weiterentwickelt wird. Eine gute und tragfähige therapeutische Arbeitsbeziehung ist für den Behandlungserfolg wesentlich.
Die Frage nach dem Sinn einer Erkrankung ist insofern nachweislich heilungsfördernd, als sie dem betreffenden Menschen helfen kann, seinen bisherigen Lebensentwurf zu überdenken und sich evtl. auf andere und neue Ziele auszurichten, die erst durch die innere Auseinandersetzung mit der Krankheit deutlich werden.
Im Erleben des Patienten führen der Leidensdruck und das Versagen persönlicher Bewältigungsmechanismen zu der Motivation, sich professionelle Hilfe zu suchen. Die Ursachen und Hintergründe seiner Erkrankung sowie aufrecht erhaltende Faktoren, insbesondere der eigene Anteil daran sind den Patienten zu weiten Teilen nicht bewusst.
In unserem Konzept beruht das psychodynamische Verständnis von psychogenen Erkrankungen auf der Vorstellung, dass die Symptome und Beschwerden von Patienten mit Lebens- und Persönlichkeitsproblemen in Zusammenhang stehen und sich als unbewusste dysfunktionale Beziehungsmuster, als repetitiv-neurotische Konflikte und/oder als konflikthafte Persönlichkeitsstörungen mit mehr oder minder ausgeprägten Defiziten in der Persönlichkeitsstruktur beschreiben lassen (OPD 2, 2006). Traumatisierende oder missbräuchliche Beziehungserfahrungen in der frühen Kindheit oder in den ersten Lebensjahren spielen oftmals eine bedeutende Rolle.
Als dysfunktionale Beziehungsmuster bestimmen wir die typischen interpersonellen Verstrickungen, die immer wieder auftreten und befriedigende, gelingende Beziehungserfahrungen einschränken oder verhindern. Dieses zyklisch-maladaptive Geschehen (siehe Tress, 1996) kann zum Teil von den Patienten selber beschrieben werden, es zeigt sich aber oftmals auch in der Interaktion mit dem Therapeuten oder in der therapeutischen Gruppe und kann dort aufgegriffen und thematisiert werden.
Dysfunktionale neurotische Konflikte verstehen wir als suboptimal gelöste motivationale Ambivalenzen, die in Belastungs- (Auslöse-) situationen verstärkt auftreten, dort nicht mehr kompensiert werden können und so mit klinischen Symptomen einhergehen, die sich intrapsychisch oder/und interpersonell auswirken. Bei konflikthaften Persönlichkeitsstörungen kommt es dauerhaft zu einer klinisch relevanten Beeinträchtigung des Erlebens und Verhaltens, z.B. wenn die Konfliktspannung zu andauernden Kompensationshandlungen führt (Bsp. Zwanghafte Persönlichkeitsstörung). Konflikte sind anamnestisch reaktivierbar, zeigen sich aber auch szenisch in der aktuellen therapeutischen Beziehung und können durch Analyse der Übertragung und Gegenübertragung diagnostiziert werden.
Das Strukturniveau wird beschrieben als die Vulnerabilität der Persönlichkeit, ihre Disposition zur Krankheit und ihre Kapazität zur Verarbeitung von inneren Konflikten und äußeren Belastungserfahrungen. Es bezieht sich auf das Selbst und seine Beziehungen zu inneren und äußeren Objekten. Strukturelle Fähigkeiten und Defizite zeigen sich durch die vom Patienten berichteten Interaktionen und Erfahrungen seines Lebens, durch die in der therapeutischen Beziehung gezeigten Merkmale und in der Gegenübertragung des Therapeuten. Das von uns diagnostizierte Integrationsniveau führt bei entsprechender Einschränkung zur Zuweisung in ein hierfür speziell entwickeltes Therapiekonzept (Abteilung 3).
Die psychodynamische Sichtweise wird durch bindungstheoretische Ansätze spezifiziert. Als Grundlage hierfür gelten Bowlbys Arbeiten (1969, 1977, 1988), in denen er Bindung als den emotionalen Kern gefühlter Sicherheit und wahrgenommenen Schutz vor Gefahren in Gegenwart von Bindungspersonen definiert (siehe auch Grossmann & Grossmann 2003). Frühe Beziehungserfahrungen führen zu inneren Repräsentanzen, deren Struktur durch die Qualität der Beziehung, der Feinfühligkeit der primären Bezugsperson und der von ihr vermittelten Sicherheit geprägt wird. Forschungsergebnisse zur neuronalen Plastizität zeigen, dass emotionale Erfahrungen in subcortikal-limbischen Netzen abgespeichert werden. Über synaptische Verbindungen entstehen eigene neuronale Komplexe aus Körperempfinden, Kognitionen, Bedürfnissen und Emotionen und deren Sinnbewertung, so genannte emotionale Schemata (siehe Greenberg 2003, Young 2005), die durch psychotherapeutische Bearbeitung einer Transformation zugänglich gemacht werden können (siehe Stauss 2006). Für die psychotherapeutische Behandlung werden funktionale und dysfunktionale emotionale Schemata unterschieden.
Auf ihnen gründen innere Arbeitsmodelle, welche die Erwartungen an zukünftige Beziehungen beeinflussen, also auch den Grad von Offenheit und Vertrauen bestimmen, mit dem Menschen mit anderen interagieren. Beziehungserfahrungen resultieren diesem Konstrukt nach u. a. aus der – oft unbewussten – inneren Einstellung, mit der Menschen ihre Interaktion mit anderen gestalten.
Patienten mit ängstlich-vermeidendem Bindungsstil zeigen im Vergleich zu Patienten mit anderen Bindungsstilen die höchste Symptombelastung. Außerdem zeigen Untersuchungen eine Korrelation von hohen Werten auf der Bindungsskala „Angst von Nähe“ mit negativen Auswirkungen am Arbeitsplatz (Hazan und Shaver 1990).
Die psychotherapeutische Rehabilitation zielt darauf, die Funktions- und Teilhabefähigkeit der Patienten zu erhöhen. Ansatzpunkt für die Psychotherapie ist die Arbeit an den emotionalen Schemata, soweit sie hinderliche oder destruktive Auswirkungen haben. Die therapeutische Bearbeitung wird durch erlebnisaktivierende Methoden unterstützt. Dabei wird die Aufmerksamkeit, ausgehend von dem „wunden Punkt“, gezielt auf die oben beschriebenen Ebenen des emotionalen Schemas gelenkt. Dies unterstützt die Klärung der erlebten Erfahrungen, fördert das Verständnis für die eigenen Reaktionen und der daraus folgenden Grundannahmen und es leitet die Verarbeitung der im prozessualen Gedächtnis verankerten schmerzhafter Gefühle ein. Hierbei eröffnet sich die Chance, dysfunktionale innere Arbeitsmodelle zu korrigieren mit progressiver Auswirkung auf die Beziehungs- und Teilhabefähigkeiten.
Der psychodynamische Ansatz wird durch ressourcenaktivierende und psychoedukative Angebote ergänzt, mit denen die Patienten in ihrer Fähigkeit unterstützt werden, gesundheitsgefährdendes Verhalten zu reduzieren und selbstverantwortlich und aktiv für das eigene Wohlergehen zu sorgen.
Für jeden Patienten wird die Behandlung nach den persönlichen Erfordernissen gemeinsam mit dem Behandlungsteam zusammengestellt. Dabei werden alle Patienten in die Basistherapie integriert, ergänzt durch diagnosespezifische Therapiemodule.
Zur Basistherapie gehört die
A Therapeutische Gemeinschaft
B Gruppenpsychotherapie
C Einzelgespräche
D Ergotherapie
E Kunsttherapie
F Körpertherapie
G Sport- und Bewegungstherapie
H Klinische Sozialarbeit
I Psychoedukative Gruppenarbeit
J Gesundheitsvorträge und Seminare
K Rehabilitationspflege
Indikative Rehabilitationsbausteine
A Emotionale Gruppen/Bonding
B Frauengruppe
C Ernährungsberatung und Kochgruppe
D Interne und externe Belastungserprobung
E Physiotherapie
F Diagnosespezifische Therapiemodule (siehe Anlagen)
- Behandlung von Angststörungen
- Behandlung von Zwangsstörungen
- Behandlung von Depressiven Erkrankungen
- Behandlung von Essstörungen
- Behandlung Posttraumatischer Belastungsstörungen
- Behandlung Somatoformer Störungen
Indikation:
Begleiterkrankungen zu den Hauptindikationen*:
Kontraindikationen:
akute Schizophrenie, schizotype und wahnhafte Störungen, dissoziative Identiätsstörungen, dissoziale Persönlichkeitsstörungen, Menschen mit akuter Suizidalität.Behandlungsdauer:
DRV Patienten in der allgemeinen Psychosomatik: 5 - 6 Wochen DRV Patienten in der Abteilung für strukturelle Störungen: bis 12 Wochen GKV Patienten nach IndikationAnzahl der Betten:
Reha: 140, Krankenhausbehandlung:33, Privatklinik 40Träger:
Wittgensteiner Kliniken GmbH, Sitz Berlin
Der Weg zur Klinik
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Wegbeschreibung:
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Über uns
Alko-hohl
- 88 Alkohol / Sucht Kliniken
- 60 Psychosomatische Kliniken
- 17 Erfahrungsberichte
- 101 Bücher
