Dienstag, den 05. Mai 2009 um 10:15 Uhr

Alkohol im Straßenverkehr

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Alkohol im Straßenverkehr – (k)ein Kavaliers-delikt

Zwei bis drei Prozent aller Straßenverkehrsteilnehmer auf Europas Straßen stehen unter dem Einfluss von Alkohol. Experten schätzen, dass bei mehr als einem Drittel aller Verkehrsunfälle mit Todesfolge Alkohol die Ursache war. Die Summe der Sachschäden wurde für 2003 auf 10 Milliarden Euro beziffert. Und Deutschland: Zwischen 1994 und 2004 nahm die Zahl der bei Unfällen mit Personenschäden Beteiligten unter Alkoholeinfluss um rund 44% ab. Sicherlich ein Erfolg, der aber nicht darüber hinwegtäuschen darf, dass gerade bei jungen PKW-Fahrern Alkohol als häufigste Unfallursache festgestellt wird.

Studien konnten zeigen, dass bereits ein Blutalkoholspiegel zwischen 0,2 und 0,4 Promille ein dreimal größeres Risiko birgt, bei einem Verkehrsunfall zu sterben. In den meisten europäischen Ländern gilt eine Promillegrenze von 0,5 Promille und darunter. Hinsichtlich der Einstellung zum Fahren unter Alkoholeinfluss gibt es in Europa große Unterschiede. In den mediterranen Staaten, wie z.B. in Italien, wird ein Fahrzeug weitaus häufiger unter Alkoholeinfluss geführt als in Mittel- und Nordeuropa. „In Deutschland haben die Absenkung der Promillegrenze und die gleichzeitige Verschärfung der Kontrollen sowie rechtlicher Konsequenzen dazu geführt, dass sich ein PKW-Fahrer zweimal überlegt, ob er unter Alkoholeinfluss ein Fahrzeug führt“, resümiert Rolf Hüllinghorst, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen (DHS) in Hamm.

Und was ist mit den jungen Fahrern und Fahrerinnen in Europa? Insbesondere bei Ihnen gehört das Fahren unter Alkoholeinfluss zum Repertoire riskanter Verhaltensweisen, dessen Folgen bewusst ignoriert werden. In einigen Staaten Europas ist man dazu übergegangen, Kampagnen zu starten, die sich an diese Zielgruppe richten. Doch leider oft mit zweifelhaftem Ansatz. So wird in Drink-and-Driving-Projekten vor der Party festgelegt, wer fährt und somit nüchtern bleibt. Auch wenn dieser Person kostenlose nichtalkoholische Getränke angeboten werden und sie von der Gruppe unterstützt wird: Suchtexpert/-innen halten das Konzept für unzureichend. Denn die Beifahrer/-innen werden zum exzessiven Alkoholkonsum animiert. Sie brauchen dann bei ihrem Alkoholkonsum auf nichts Rücksicht zu nehmen. Mit einem zweifelhaften Erfolg: Die Auswertungen von Unfällen ergaben, dass angetrunkene Beifahrer einen erheblichen Einfluss auf das Fahrverhalten des Fahrers haben können.
„In den letzten Jahren fällt auf, dass die Alkoholindustrie in diese Kampagnen verstärkt investiert. Dies ist verständlich, schließlich muss der Umsatz stimmen. Dabei kann man durchaus schon mal auf einen Trinker verzichten, zumal angenommen wird, dass der exzessive Konsum der anderen diesen Verlust ausgleicht“, stellt Derek Rutherford von der europäischen Organisation Eurocare heraus. Diese hat sich zum Ziel gesetzt, Alkoholpolitik in Europa zu fördern.

Wesentlich wirksamer ist nach Ansicht der Experten die Einführung der Null-Promille-Grenze für junge Fahrer und Fahrerinnen sowie die Verschärfung der Alkoholkontrollen. Darüber hinaus hat sich der Einsatz von Fahrdiensten während Großveranstaltungen als wirksam bei der Bekämpfung von Unfällen erwiesen.

Internet-Auftritt der DHS: www.dhs.de

Zuletzt geändert am: Mittwoch, den 28. Oktober 2009 um 17:30 Uhr
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