Der Pro-Kopf-Konsum, umgerechnet auf reinen Alkohol, ging leicht auf 10,2 (2003) bzw. 10,1 l (2004) zurück. Er sichert Deutschland damit weiterhin einen Platz in der Welt-Spitzengruppe jener sechs Länder, in denen mehr als 10 Liter getrunken werden. In der Reihenfolge (Zahlen von 2003): Luxemburg (12,6), Ungarn (11,4), Tschechien (11,0), Irland (10,8) und Spanien (10,0).
Bierkonsum weiterhin hoch
Es gibt nur zwei Länder, in denen pro Kopf mehr Bier getrunken wird als in Deutschland: Tschechien mit einem konstanten Konsum von ca. 160 Liter jährlich und Irland mit 141 Litern. Da nimmt sich der Verbrauch von weniger als 120 Litern in Deutschland schon fast gering aus – aber immerhin gibt es noch einen Abstand von mehr als 17 Litern auf Österreich. Der Bierkonsum in Deutschland betrug in der Spitze schon 145 Liter. Daher sind die Bemühungen der Brauindustrie, insbesondere junge Menschen und Frauen als neue Konsumenten zu gewinnen, zwar verständlich, aber in der Konsequenz gefährlich.
Schon der Durchschnittskonsum ist mit Risiko verbunden
Umgerechnet trinkt jeder Deutsche – Säuglinge, Kinder und Greise eingeschlossen – täglich mehr als 20 Gramm Alkohol. Bezogen auf die Bundesbürger zwischen 18 und 69 Jahren bedeutet dies knapp 40 Gramm oder 4 Gläser alkoholischer Getränke täglich. Damit ist die Risikogrenze gesundheitlich unbedenklichen Konsums sowohl für Frauen als auch für Männer überschritten.
Alkoholwerbung wirkt
Der Verkauf alkoholischer Getränke stagniert, daher wird massiv für Alkohol geworben. 526 Millionen Euro wurden 2004 in die Werbung für alkoholische Getränke investiert. Dabei sollen insbesondere junge Menschen und Frauen zum Alkoholkonsum ermuntert werden.
Konsumfördernd wirkten sich darüber hinaus die Preise für alkoholische Getränke aus – ihr Anstieg blieb erneut unter dem der Lebenshaltungskosten.
Alkoholkonsum nach wie vor Besorgnis erregend hoch
Jeder zweite deutsche Mann im mittleren Alter hat alkoholbezogene Probleme. Daraus können sich soziale Probleme entwickeln und es kann zu gesundheitlichen Risiken kommen. Missbrauchsverhalten führt zu Gewöhnung, Gefährdung und Abhängigkeit.
Dieser Trend ist nicht allein durch persönliche Einsicht zu stoppen, sondern es bedarf einer Reihe von Restriktionen, um das Angebot einzuschränken und damit den Gesamtkonsum zu reduzieren. „Weniger Werbung, höhere Preise und weniger Verkaufsstellen – es ist doch ganz einfach“, so Dr. Christian Meyer, Institut für Epidemiologie und Sozialmedizin der Universität Greifswald.
Alkohol
