Alkohol und gemeinschaftliche Aktivitäten in unserer Gesellschaft

Alkohol und Gemeinschaft

Alkohol ist aus vielen Gründen eine gesellschaftlich akzeptierte Droge, die auch bei gemeinsamen Veranstaltungen, etwa in den Sportvereinen, ihren festen Platz hat.Alkohol, in Maßen genossen, beeinflusst zunächst die Vorgänge im Gehirn des Trinkers.

Für die Menschen als Herdentiere ist hierbei von besonderer Bedeutung, das Alkohol die Kommunikationsbereitschaft erhöht. Alkohol öffnet den Blick für neue Ansichten und macht es einfacher, auf andere Menschen zuzugehen. Gleichzeitig verschafft die Droge dem Konsumenten auch noch ein Glücksgefühl und lässt ihn Stress und Sorgen für einige Zeit vergessen. Die Wirkungen des seit Jahrtausenden bekannten natürlichen Suchtmittels können subjektiv also als ausgesprochen positiv wahrgenommen werden.

Der modernen Wissenschaft ist es bislang nicht gelungen, auf synthetischem Wege eine Droge herzustellen, die sich durch ähnlich günstige Wirkungen auszeichnet. Es ist daher nicht verwunderlich, dass Alkohol zu einer Gesellschaftsdroge wurde. Beim Urlaub, mit einer Gruppe völlig fremder Menschen, bringt der Alkohol das Gespräch in Gang und sorgt für ein gemeinschaftliches Wohlgefühl. Schneller, einfacher und billiger als jede andere Droge oder jeder Drogenersatz schafft es der vergärte Zucker, die Menschen zusammenzuführen und sie in ausgelassener Stimmung feiern zu lassen.

Daher hat sich Alkohol zu einer Droge entwickelt, die in einigen Ländern des westlichen Kulturkreises aus dem Alltag nicht mehr wegzudenken ist. Zu jeder Gelegenheit wird versucht, die unbestreitbar positiven Wirkungen der Droge gemeinsam zu erleben. „Ein Gläschen in Ehren kann niemand verwehren“, sagt der Volksmund ganz treffend. Dieses Gläschen gehört heute zu jeder Feier, aber auch zu fast jedem Beisammensein einer Gruppe von Menschen.

Daher ist es nicht verwunderlich, dass auch in Sportvereinen, bei den Zusammenkünften politischer Parteien und natürlich beim Treffen mit Freunden die Droge ausgeschenkt wird. Angesichts der positiven Effekte des Alkohols werden die langfristigen Auswirkungen gerne verdrängt. Die Droge Alkohol unterscheidet sich von anderen Drogen nicht nur in der rechtlichen Würdigung.

Die legale Droge führt im Gegensatz zu einigen anderen Drogen nur schleichend und nach längerem Gebrauch zur Abhängigkeit. Ihr Suchtpotenzial wird massiv unterschätzt. Hinzu kommt, dass hinter der Droge Alkohol eine mächtige Industrie steht. Restriktionen, wie sie beim Suchtmittel Tabak in den letzten Jahren vorgenommen wurden, sind beim Alkohol nur in sehr begrenztem Umfang erkennbar. Besonders perfide ist der Gebrauch des Nervengiftes im Rahmen der Aktivitäten von Jugendlichen.

Insbesondere in Vereinen jeglicher Art, auch in den scheinbar der Gesundheit dienenden Sportvereinen, werden Jugendliche ganz bewusst und absichtlich mit dem Gebrauch der Droge vertraut gemacht. Mit Alkohol wird der Sieg über das gegnerische Team begossen, Alkohol lässt die Mühen eines harten Trainings verschwinden und mit der Droge ist ein Abstieg in die tiefere Liga besser zu verkraften. Diese Nutzung des Alkohols hat mehrere Effekte, die für die Jugendlichen ungünstig sind. Der junge Organismus gewöhnt sich recht schnell an das Gift, das bei jeder sich bietenden Gelegenheit konsumiert wird.

Noch perfider aber ist, dass der Alkohol zur Verbesserung des persönlichen Empfindens eingesetzt wird. Der Jugendliche merkt sehr schnell, dass er mit Alkohol zumindest kurzfristig seine Stimmung aufhellen und unangenehmen Situationen zeitweise ausweichen kann. Diese Erfahrung prägt und legt oftmals den Grundstein für eine spätere Karriere als Alkoholabhängiger. Die perfide Wirkung, die der Alkohol bei Vereinen und gemeinschaftlichen Veranstaltungen hat, wird in der Gesellschaft auf vielfältige Weise verstärkt. Der Sport nimmt hierbei wieder eine unrühmliche Spitzenstellung ein.

Obwohl die Geldsummen, die im Profisport fließen, eine Größenordnung umfassen, die das Vorstellungsvermögen der meisten Normalverdiener sprengt, nutzen die Veranstalter und Vereine in hohem Umfang die Werbegelder der Alkoholindustrie. Die populären Sportarten wie Fußball, Boxen oder der Rennsport sind mit massiver Drogenwerbung verknüpft. Einige Fußballstadien tragen die Namen von Brauereien und die Pausen zwischen zwei Boxrunden werden von klaren eiskalten 40-prozentigen Getränken dominiert. Die Idole der Jugend und die Vorbilder der Vereine scheinen also ganz offensichtlich kein Problem mit dem Suchtmittel zu haben.

Deshalb ist es nur folgerichtig, dass der Alkohol im Vereinsleben eine beherrschende Stellung einnimmt. Denn zur Ehrenrettung der Vereine ist festzuhalten, dass sie sich lediglich gesellschaftskonform verhalten. „Keine Macht den Drogen“ gilt eben nicht für Alkohol. Denn obwohl die akuten und chronischen Wirkungen des Stoffes Ethanol diesen eindeutig als Droge charakterisieren, wird im allgemeinen Sprachgebrauch sorgsam zwischen „Alkohol“ und „Drogen“ unterschieden. Diese naturwissenschaftlich unsinnige Unterscheidung geht an den Vereinen und den Jugendlichen nicht spurlos vorüber.

Deutschland gehört zu den Ländern, in denen dem Alkohol mit besonderer Freizügigkeit und falsch verstandener Toleranz begegnet wird. Dem schädlichen Treiben in den Vereinen lässt sich letztlich nicht durch Verbote begegnen, sondern nur durch einen Bewusstseinswandel. Das Bewusstsein, dass Alkohol eine legale Droge ist, muss erst aufgebaut werden. Einschränkungen der Werbung und des Verkaufes des Suchtmittels erscheinen als erste Schritte ein geeignetes Mittel. Einige kleine Ansätze hierzu sind bereits zu erkennen, etwa durch die Einschränkungen bei den Alkopops.

Ein wichtiger Punkt wäre es, die Vereine stärker zu sensibilisieren. Unverzichtbar hierfür ist aber der Verzicht der Vorbilder auf das Geld aus der Alkoholwerbung. Ein wohl utopischer Wunsch. Es ist daher davon auszugehen, dass insbesondere die Sportvereine auch zukünftig maßgeblich dazu beitragen, Jugendliche mit dem Gebrauch der Droge Alkohol vertraut zu machen.

4 Kommentare
  1. Tanja vor 6 Jahren

    entschuldigt, ich meine das nicht als kritik, aber bei dem letzten satz da oben fällt mir doch der zusatz „oder nie aufgetreten“ ein. das mögen dann meist nur kleinere ausenandersetzungen sein. aber wenn man mal an gewissen abenden in gewissen gegenden in frankfurt, hamburg (!), dortmund, etc. durch die gegend schlendert weiß man bescheid. ich weiß nicht… bin immer noch der ansicht, dass alkohol nicht das problem ist, sondern das, was die menschen daraus machen. genau wie ich nicht jeden tag und dann auch noch zu viel alkohol trinken muss, muss ich auch nicht jeden tag pommes futtern, karten um geld spielen oder sonst was in der art. für mich geht es da auch im selbstbeherrschung und eigenverantwortung… http://www.kenn-dein-limit.de – vielleicht ist das projekt bekannt. nicht, dass die dort die gleiche meinung vertreten würden. aber in dieser webadresse steckt irgendwie das drin, was ich zum ausdruck bringen will. gönnt euch doch das bierchen! dann geht’s auch mit der heirat u.U. leichter :o) aber übertreibt es halt nicht… von der idee her ganz einfach…

  2. baba vor 6 Jahren

    Deutschland gehört zu den Ländern, in denen dem Alkohol mit besonderer Freizügigkeit und falsch verstandener Toleranz begegnet wird. Dem schädlichen Treiben in den Vereinen lässt sich letztlich nicht durch Verbote begegnen, sondern nur durch einen Bewusstseinswandel. Das Bewusstsein, dass Alkohol eine legale Droge ist,

  3. Barrington Sprinkler Systems vor 6 Jahren

    Denn obwohl die akuten und chronischen Wirkungen des Stoffes Ethanol diesen eindeutig als Droge charakterisieren, wird im allgemeinen Sprachgebrauch sorgsam zwischen „Alkohol“ und „Drogen“ unterschieden. Diese naturwissenschaftlich unsinnige Unterscheidung geht an den Vereinen und den Jugendlichen nicht spurlos vorüber.

  4. bingo vor 6 Jahren

    Alkoholindustrie. Die populären Sportarten wie Fußball, Boxen oder der Rennsport sind mit massiver Drogenwerbung verknüpft. Einige Fußballstadien tragen die Namen von Brauereien und die Pausen zwischen zwei Boxrunden werden von klaren eiskalten 40-prozentigen Getränken dominiert.

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