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Etikette…

In der Süddeutschen Zeitung erschien ein Artikel, in dem der „Etikette-Experte“Hans – Michael Klein sich darüber ausließ, wie sich ein Anti-Alkoholiker beim „Anstoßen“ mit alkoholischen Getränken zu verhalten habe: der strikte Nicht-Trinker sollte auf keinen Fall „…den anderen die Feierlaune verderben“, indem er den Alkohol strikt zurückweist oder barsch ablehnt. Vielmehr rät er, eine Ausrede ,z.B. „Entschuldigung, aber ich muss noch fahren“, zu benutzen und mindestens an dem „Glas zu nippen“.
Autor:
Andre
Aktualisiert:
11. Oktober 2023

Man fasst es nicht!! Da rät jemand in Zeiten, in denen immer mehr Menschen mit der Krankheit Alkoholismus ringen,ja nicht denen, die Alkohol „genießen“wollen, den Spaß zu verderben.

Schlimm genug, dass Kinder von Klein auf vorgelebt bekommen, Alkohol wäre eine Belohnung für alles Mögliche (“Ich habe den Rasen gemäht,nun habe ich mir ein Bier verdient“) oder er würde gereicht, um sich andere gewogen zu machen oder Fehler auszubügeln („Dafür musst du aber jetzt einen ausgeben!“).

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Nun wird auch noch gefordert, am Alkohol zu nippen, was für viele bedeutet, einen Rückfall zu riskieren. Anstatt endlich Menschen, die keinen Alkohol trinken dürfen oder wollen,zu ermuntern, offen mit ihren Problemen umzugehen,wird ihnen zu Notlügen geraten.

Herr Klein meint zudem, es sei unfein und „stillos“ zu Wasser, Fanta oder Cola zu greifen,wenn z. B. Sekt gereicht wird. Ja , der Stil muss gewahrt werden. Vornehm soll die Welt, in diesem Falle der Alkoholiker, zu Grunde gehen…

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Wann hört das endlich auf? Wann muss sich niemand mehr dafür rechtfertigen, dass er keinen Alkohol trinken will?Vielleicht erst dann, wenn jeder Mensch einen anderen hat, den er liebt und bei dem er zusehen muss, wie er an der Krankheit Alkoholismus zerbricht.

Was meint Ihr dazu?

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7 Antworten zu „Etikette…“

  1. Thomas Senit

    Meiner Meinung nach hat Herr Klein hier vollkommen Recht. Wenn tatsächlich jemand Alkoholiker ist ist nicht einmal nippen darf, wäre es kein Problem dieses offen kund zu tuen. Aber jemand, der einen Schnaps, Sekt o.ä. ablehnt nur weil er keinen Alkohol mag, handelt sehr unhöflich, ja fast schon asozial. Ich selber habe eine solche Situation einmal erlebt. Diejenige, die sich weigerte den Schnaps einer älteren Dame (es war eine Runde auf ihren neuen Sportwagen) anzunehmen, wurde fortan von der Gesellschaft gemieden. Völlig zu Recht, denn sie hat die ältere Dame sehr gekränkt, die aus Freude über ihr neues Auto gerne einen ausgegeben hätte. Man muss auch die Kirche im Dorf lassen können. Wenn sich diejenige, die sich derat völlig blöde verhalten hat, nur genippt hätte und den Schnaps dann heimlich in einem Blumenkübel entsorgt hätte, wäre allen Anwesenden eine sehr peinliche Situation erspart geblieben. Der Lebensgefähre diese Frau nahm dieses Mißverhalten übrigens zum Anlass, sich von der feinen Dame zu trennen.I

  2. Bad_Santa

    HAB DAS bUCH NICHT GELESEN; SONDERN NUR DEN hINWEIS HIER UND BEURTEILE DEN AUTOR DESWEGEN PERSSÖNLICH ALS KOMPLETTEN VOLLPFOSTEN: was für ein geistiger Müll was Exalkoholiger im falle des anbieten tun sollen

  3. Bad_Santa

    nd ja ich habs nicht sdo mit der Rechtschreibung, verdammt

  4. Bad_Santa

    So einen gibtds noch. (Weil mir grad dannach ist)
    Was ist so verkehrt daran einfach zu sagen ich war Mal Alkohiker und wills einfach nicht riskieren da durch wieder zurückzufallen. Das müssten doch eigentlich auch die dümmsten Spießer begreifen können,oder?

  5. Gast

    Menschen, die Alkohol konsumieren, sollten genau wie Raucher auf Zigarettenschachteln auf Flaschen und anderen Verpackungen mit deutlichen Warnungen darauf aufmerksam gemacht werden, welche Schäden durch Alkoholkonsum entstehen können.

  6. Gunter Wessalowski

    Als jemand, der beruflich mit Suchtkranken zu tun hat (ich arbeite in einer Sucht- und Drogenberatungsstelle) erlebe ich deutlich, dass Menschen, die dauerhaft auf Alkohol verzichten wollen, genauso schnell zum Außenseiter werden wie Menschen mit übermäßigem Alkoholkonsum. Sie stehen sozusagen nur am anderen Ende der Skala. Den sogenannten Ratschlag, sich der Etikette zuliebe zu verbiegen, halte ich für äußerst gefährlich. Suchtkranke haben in ihrer „nassen“ Zeit oft jahrelang eine Fassade aufrechterhalten, um den äußeren Schein zu wahren. Und nun, da sie offen gegen ihre Abhängigkeit ankämpfen, soll schon wieder mit Ausreden getrickst und verschleiert werden? Das bringt den Betroffenen schnell in eine unangenehme Rechtfertigungsposition und kann einen gefährlichen Druck aufbauen. Vom empfohlenen Nippen am Glas mal ganz zu schweigen… Ein klares „Nein danke, ich möchte keinen Alkohol!“ sollte genügen. Wenn dann immer noch zum Trinken aufgefordert wird oder der Gastgeber sogar beleidigt tut, sollte man sich ganz genau überlegen, wo man hier eigentlich gelandet ist.
    Übrigens sollte es dem Gastgeber völlig egal sein, aus welchem Grund man nicht trinken möchte. Einer Schwangeren nötigt man ja auch keinen Begrüßungssekt auf.

  7. Frage

    Da würde mich der Originalartikel interessieren.
    Gibts da einen Link zu?

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